29 Mai 2016

Ein bisschen Meteorologie

Wenn die warme Jahreszeit gekommen ist, stellen sich über Mitteleuropa in der Regel konstante und ruhigere Wetterlagen ein. Natürlich bleibt das Wetter bei uns nie konstant, trotzdem werden im Sommer die unbeständigen Westwindlagen durch Hochdrucklagen, Flachdrucklagen oder Bisenlagen abgelöst.

Soweit sind wir momentan noch überhaupt nicht. Die aktuelle Südwestlage hat es in sich und beschert und sehr unbeständiges Wetter. Dies sollte uns aber nicht davon abhalten nach draussen zu gehen und die Natur zu geniessen. Denn das abwechslungsreiche Wetter und der Wechsel von Sonne, Wolken und Regen zaubert immer wieder ein abwechslungsreiches Farbenspiel in die Landschaft. Und auch bei Regen lässt sich vieles entdecken und man kann viel erleben.

Wichtig bei solchem Wetter sind eine gute Vorbereitung und die richtige Ausrüstung. Also, die richtigen Apps herunterladen und Regenjacke, Regenhose und Regenschirm einpacken und Augen offen halten.

Ich verlasse mich seit Längerem auf die App von Meteoschweiz. Die Wetterprognosen können kurzfristig und langfristig konsultiert werden und sind immer aktuell. Ausserdem werden Wetteralarme angezeigt für Gewitter, Starkregen, Hagel, Lawinengefahr etc. und es sind eine Vielzahl von Animationen verfügbar wie Regenradar, Wind, Wolken und vieles mehr.


Ich kann die App nur empfehlen. Ganz wichtig beim Wandern ist jedoch sich nicht 100% auf die App zu verlassen, sondern auch immer den Blick gegen Himmel richten und die aktuelle Wetterlage zu checken. Das Wetter ist eine sehr lokale Angelegenheit und gerade in den Bergen kann es zu  lokalen Gewittern kommen, welche das Radar gar nicht erfasst. Darum, vor dem Wandern App anschauen, während dem Wandern den Himmel anschauen und zwar in alle Himmelsrichtungen.

Ich wünsche erlebnisreiche Wanderungen bei jedem Wetter!

Nützliche Links:
Meteoschweiz
SRF Meteo
Norwegischer Wetterdienst mit europaweiten Prognosen (ausgesprochen zuverlässig)
 

23 April 2016

Wilderness Zurich - Auf Baumsuche in der Stadt

Auf der Suche nach Natur in der Stadt, habe ich mir heute zum Ziel gesetzt mehr auf die Bäume zu achten.

Ein einzelner Baum kann viel Natur beinhalten, er bietet Vögeln, Fledermäusen und Insekten Lebensraum. Am Fuss des Baumes, rund um den Stamm bietet er Blumen einen Platz zum wachsen. Nicht selten findet man rund um den Stamm ein Mäuseloch oder einen Ameisenbau.

In der Stadt bietet der Baum dem Menschen Erholungsraum, er spendet Schatten und im Sommer einen angenehm kühlen Ort. Mit einer Bank verwandelt sich der Baum zum Ort für Begegnungen, Bekanntschaften und Gespräche. Der Baum wird zum Treffpunkt.

Bäume können einen in der Stadt aber auch begleiten, in Form einer Allee. Spaziert oder wandert man entlang einer Allee, begleiten uns die Bäume, sie bieten Schutz oder schirmen Lärm ab. Sie lassen einen Weg endlos wirken oder als ob er uns direkt in den Himmel führt.

Heute habe ich zwischen Stauffacher und Helvetiaplatz entlang der Stauffacherstrasse schöne Kastanienbäume gefunden. Das Highlight waren aber definitiv die wohl über zweihundert Jahre alten Platanen, welche der Sihl entlang beim Sportplatz Sihlhölzli eine Allee bilden. Die Bäume lassen den Pfad entlang dem Sihlufer schier grenzenlos erscheinen. Mitten in der Stadt entsteht so ein Erholungsort oder Kraftort, wo der Mensch die Natur beobachten,  entdecken und neue Energie schöpfen kann.


Junge und alte Kastanienbäume säumen die Stauffacherstrasse zwischen Stauffacher und Helvetiaplatz.


 Alte Platanenbäume mit weit ausladenden Äste bis über die Sihl bilden eine wunderschöne Allee beim Sportplatz Sihlhölzli.


Grenzenlose Pfade entlang der Sihl.

03 April 2016

Rekognoszierung Herbst-Genusswanderung

Im Herbst 2016 plane ich eine Genusswanderung. Eine mögliche Route habe ich heute entlang des Walensees erkundet. Bereits bei der heutigen Rekognoszierung konnte ich viele Wildkräuter sammeln und für Weingenuss war auch gesorgt.






Ich bin gespannt mit welchen Genüssen die zweite mögliche Route entlang des Zürichsees auf sich wartet.

27 März 2016

Der Frühling ist da!

Ich liebe diese Zeit, wenn die Sonne uns wärmende Energie schenkt, die Natur der Landschaft mit den ersten Frühlingsblumen wieder farbtupfer verleiht und die Singvögel ihre Arien aus den Wäldern heraus schmettern. Während in den Bergen noch Winter herrscht und zum Teil noch viel Schnee liegt, hält im Flachland der Frühling Einzug.



Das farbige Wechselspiel zwischen Bergen und Flachland zaubert herrliche Landschaftsbilder hervor wenn sich zum Beispiel die verschneiten Alpen im See spiegeln. Im Wald riecht es nach Kräutern und die Knospen der Bäume und Sträucher explodieren regelrecht so bereit sind sie. Es fehlt nur noch etwas Wärme und ein wenig Sonnenschein.



Die ersten Frühlingstage eignen sich besonders um gleich vor der Haustüre wandern oder spazieren zu gehen. Welche Vögel sieht und hört man im Wald hinter dem Haus? Wo wachsen die ersten Frühlingsblumen? Wer findet im Stadtpark Bärlauch für Salat oder Pesto? Von wo aus schiesst man das beste Panoramafoto am Seeufer? Ich sag euch einfach, raus aus euren vier Wänden und hinein in die Natur. Zum entdecken, staunen oder einfach um neue Energie zu tanken. Viel Spass und geniesst es!




Grenzenlose Pfade goes wild im Frühling. Nächste Wandertermine am 23. April (über den Zürichberg) und am 7. Mai 2016 (durchs Reppischtal). Mehr Informationen auf http://www.grenzenlose-pfade.ch/angebote/sommer/

26 Februar 2016

Der Wandervogel

Kürzlich wurde ich wieder so genannt: "Wandervogel". Lieber Wandervogel als komischer Vogel. Aber woher kommt der Ausdruck eigentlich? Mein erster Gedanke war, dass er wohl von den Zugvögeln abgeleitet wurde, welche vom Sommer- ins Winterquartier fliegen oder eben wandern. Aber dem ist nicht so. Ende des 19. Jahrhundert wurde in Berlin eine Bewegung gegründet, welche sich während der fortschreitenden Industrialisierung in der freien Natur eine eigene Lebensart entwickeln wollte. Das ganze war natürlich in dieser Zeit angeregt durch die Romantik. Die Bewegung bestand hauptsächlich aus Schülern und Studierenden, also eine Jugendbewegung.

Damals gab es aber noch keine hochentwickelten Rucksäcke, keine Funktionswäsche und keine Wanderschuhe. Und vor allem gab es keine Wanderwege! Da wurde einfach der schwere Tornister auf den Rücken gebunden und im Zickzack durch Wald und über Weide marschiert.

Anfang 20. Jahrhundert wurde aus der Wandervögelbewegung die Wanderorganisation für Jugendliche und später ein Verein gegründet namens „Wandervogel – Ausschuss für Schülerfahrten".

Über den Ursprung des Namens "Wandervögel" gibt es mehrere Geschichten. Gemäss einer stammt der Name eines Gedichtes von Otto Roquette ab, welches die Schüler auf ihren Wanderungen gerne als Lied sangen:


Ihr Wandervögel in der Luft,
im Ätherglanz, im Sonnenduft
in blauen Himmelswellen,
euch grüß' ich als Gesellen!

Ein Wandervogel bin ich auch
mich trägt ein frischer Lebenshauch,
und meines Sanges Gabe
ist meine liebste Habe.

Mein erster Gedanke war also doch nicht so falsch. Und mit den Zugvögeln haben wir Wandervögel also schon einiges gemeinsam. Wir fliegen auch aus um die Schönheit der Natur zu geniessen und kommen danach gerne wieder zurück in unser Nest.

In Deutschland gibt es übrigens heute noch Wandervögelbunde. Mehr dazu auf www.wandervogel.de.

22 Januar 2016

Winterwandern im Solothurner und Basler Jura

Das heutige Ziel war eigentlich eine klassische Schneeschuhwanderung im Jura. Die Belchenfluh wollte ich schon lange mal erklimmen und so erklärte ich dies zu meinem Tagesziel. Mit Schneeschuhausrüstung, Verpflegung und warmer Kleidung machte ich mich auf dem Weg Richtung Unterer Hauenstein.

Der Belchen gehörte im ersten und zweiten Weltkrieg zur Fortifikation Hauenstein, welcher im ersten Weltkrieg eine 48 Km lange Front bildete. Entsprechend ist er über alte Militärstrassen gut und sanft ansteigend erreichbar.

Von Hauenstein ging es zuerst zu Fuss los Richtung Challhöchi und General-Wille-Haus. Das Haus gehört zum Militärschiessplatz Spittelberg und wird von März bis November vom SAC Olten bewirtet. Beim Haus montierte ich meine Schneeschuhe und stieg hoch zur Krete. Wenn man zum ersten Mal eine Route begeht muss man sich zwangsläufig auf Überraschungen gefasst machen, Varianten bereithalten und flexibel bleiben.


Meine erste Überraschung waren eine vielzahl Stacheldraht-Zäune, welche meine Schneeschuhroute verunmöglichten. Was solls sagte ich mir. Ich stieg von der Krete wieder Richtung Weg hinunter, passierte dabei akrobatisch zwei Zäune. Auf dem Wanderweg angekommen, packte ich meine Schneeschuhe wieder auf den Rucksack und ging zu Fuss weiter. Leider waren die Wege effektiv bis zur Belchenfluh hinauf dermassen gespurt, dass die Schneeschuhe nicht mehr zum Einsatz kamen.


Nach einer kurzen Mittagsrast auf der Belchenflue mit fantastischer Aussicht bis in die Vogesen und den Schwarzwald, musste ich mich entscheiden in welche Richtung und wohin mich mein Abstieg führen sollte. Allerheiligenberg, Langenbruck und Eptingen kamen nicht in Frage, schliesslich sollten meine Schneeschuhe nochmals zum Einsatz kommen. Also entschied ich mich für die längere Variante nach Waldenburg.



Die Variante führte einer Jurafluh nach der anderen entlang, bot schöne Schneeschuhpassagen und schöne Aussichten. Der Abstieg über die Gerstelfluh bis zur Burgruine Waldenburg war dann aber nichts mehr für Schneeschuhe. Der Weg wurde enger und enger und führte als verschlungener Pfad auf oder entlang der Krete. Mit dem Schnee gab es da die eine oder andere heikle Passage. Aber ein kleiner Adrenalinschub hat noch niemandem geschadet und richtig gefährlich wurde es auch nicht.


Von der Ruine Waldenburg sah ich auch mein Ziel, der gleichnamige Ort. Der letzte Abstieg erfolgte nochmals gemütlich auf breiten Wanderwegen.

 
Was als klassische Schneeschuhtour geplant war, endete als sportliche Winterwanderung mit landschaftlichen und technischen Highlights. Weitere Bilder gibt es auf Grenzenlose-Pfade.






08 Januar 2016

Auf gehts ins Wanderjahr 2016

Die Festtage sind vorbei und ich habe das Gefühl bereits wieder mitten im neuen Jahr zu sein. Dabei hat es erst begonnen.

Der Herbest 2015 ging ja aufgrund des warmen Wetters in die Verlängerung. Nun hat es aber gestern zum ersten mal diesen Winter runtergeschneit. Den ersten Schnee hatten wir zwar schon, aber das war im November, also noch gar nicht Winter. Momentan hat eine Westströmung Mitteleuropa im Griff. Das heisst zwar viel Niederschlag, aber eben auch milde Atlantikluft. Entsprechend pendelt die Schneefallgrenzen mal runter in die Niederungen und dann wieder hoch auf 1800m. Neuschnee gibt es trotzdem und das stimmt mich zuversichtlich meine erste Wanderung im Februar durchführen zu können.

Wie jedes Jahr beginne ich mit dem Risipass im Obertoggenburg. Es ist und bleibt meine Lieblingstour mit Schneeschuhen und auch dieses Jahr möchte ich sie zusammen mit meinen Gästen geniessen. Es ist mein erstes Jahr als diplomierter Wanderleiter und zum ersten Mal biete ich meine Touren auf der eigenen Website an. Grenzenlose Pfade ist seit 1.1.2016 online. Nun kann ich meine Wanderangebote einem breiteren Publikum zugänglich machen. Aktuell findem man zwei Winter- und zwei Herbstangebote. Die Sommerangebote plane ich etwas später. Denn zuerst muss ich meine eigenen Sommerferien planen. Dieses Jahr werde ich zusammen mit meiner Frau wieder richtig Aktivferien im Ausland machen. Es geht in den Norden, mehr sei dazu noch nicht verraten. Ihr werdet hier auf meinem Wanderblog aber wie immer laufend informiert, wo und wann ich unterwegs bin.

Guckt inzwischen mal vorbei auf Grenzenlose Pfade und lasst euch inspirieren. Es hat für jede und jeden etwas dabei. Auch für dich! Also bis bald!

27 November 2015

Pfäffikon ZH gestern und heute


Ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als 1000 Worte. Bilder erzählen Geschichten, regen zum Nachdenken an und es gibt darauf viel zu entdecken.

Die Aufnahme links stammt von einer Postkarte aus dem Jahre 1915, welche am 23.11.1915 von Pfäffikon ZH nach Gossau ZH geschickt wurde. Eine Dame aus Pfäffikon schreibt ihrer Schwester in Gossau, ob sie am kommenden Sonntag mit der Familie zu Besuch kommen kann und bittet um Bestätigung mittels Postkarte.

Das Foto rechts wurde heute aufgenommen, mit einer Smartphone-Kamera. Wenn ich heute mit jemandem aus Gossau abmachen möchte, schreibe ich eine Whatsapp-Nachricht und erhalte innert Minuten, wenn nicht Sekunden Bestätigung ob es klappt oder nicht.

Unsere Kommunikationsmittel und unser Kommunikationsverhalten hat sich in den vergangenen 100 Jahren drastisch verändert, während an der Seestrasse in Pfäffikon vieles gleich geblieben ist. Nehmt euch die Zeit für einen genauen Vergleich und entdeckt was gleich geblieben ist und was sich verändert hat.

07 November 2015

Saisonabschluss mit Highlights auf dem Hinterfallenkopf

Obwohl das Wetter momentan eher an den Frühherbst erinnert, merke ich, dass das Wanderjahr 2015 langsam aber sicher zu Ende geht. Grund genug also um ein letztes Mal die Wanderschuhe zu schnüren und in die Berge zu gehen.

Meine erste Wanderung dieses Jahr führte mich mit Schneeschuhen ins Obertoggenburg wo ich vom Luterntal über den Risipass ins Thurtal gewandert bin. Wieso also nicht einmal auf die andere Talseite, welche ich noch nicht kenne. Wir hatten noch Gäste aus Deutschland zu Besuch, welchen wir die Berge zum greiffen nah präsentieren wollten.

Los ging's auf der Schwägalp. Der Alpstein mit dem Säntis begrüsste uns im Morgenlicht. Der imposanten Felswand kehrten wir jedoch gleich den Rücken zu, aber ich wusste ja, dass uns der Berg den ganzen Tag begleiten würde. Über den Chrätzerenpass ging es zuerst durch schöne Rietlandschaften bis zum grossen Moor bei Horn, einem der Quellgebiete des Neckers. Tief unter uns das Ofenloch eine gewaltige Nagelfluhschlucht, wo sich das Wasser des Bachs sammelt um dann talwärts zu fliessen. Wir marschierten weiter bis zur Alp Ellbogen, wo unser Aufstieg auf den Hinterfallenkopf begann. Je höher wir stiegen, desto imposanter wurde das Panorama. Auf dem Gipfel erwartete uns dann ein 360 Grad Panorama, das einem den Atem verschlang. Vom Bodensee über die Ostschweizer Alpen zu den Zentralalpen bis in den Jura.

Und dann als Highlight erhielten wir Besuch von einem Adlerpaar, das majestätische seine Kreise im stahlblauen Himmel zog. Fantastisch!

Nachdem wir uns satt gesehen und gegessen hatten, nahmen wir den Abstieg zur Chlosteralp unter die Füsse. Dort schlängelt sich der Weg durch eine mystische Hügellandschaft mit alten, knorrigen Bergahornen. Hier stürzte der Berg vor ca. 600 Jahren in die Tiefe nach Ennetbühl und Rietbad. Mit den gepflanzten Bergahornen wollte man damals den Hang sichern. Einige der Bäume trotzen heute noch Wind und Wetter und stehen knorrig wie erstarrte Berggeister in der Landschaft und erinnern uns daran wie kurz unser Leben doch im Vergleich ist. Umso mehr sollten wir es geniessen und das taten wir heute wirklich.

Auf dem Abstieg nach Ennetbühl begegneten wir schön erhaltenen, alten Bauernhäuser und konnten weiterhin den Blick Richtung Speer, Mattstock und Churfirsten geniessen. In Ennetbühl empfahl sich das Restaurant Krone um den Durst zu stillen, bevor wir mit dem Postauto zurück auf die Schwägalp fuhren, wo das Auto für die Heimfahrt wartete.

Ich freue mich auf das Wanderjahr 2016, traditionellerweise wird es wohl erneut im Obertoggenburg starten.

Der Säntis im Morgenlicht

Hochmoor und Riet bei Horn

 Panorama vom Hinterfallenkopf

 Der Alpstein

 Bei dem Wetter bringst du das Grinsen nicht mehr weg

 Die Hügel des Zürcher Oberlands

Blick Richtung Glarneralpen. In der Bildmitte ist der Adler zu entdecken


Blick zurück zum Hinterfallenkopf. Im Vordergrund das Abrissgebiet des Bergsturzes


 Stockberg und Churfirsten

 Diese Bäume haben viel zu erzählen...

 ...und schon manchem Sturm getrotzt.

Alphütte Gössigen

26 Juli 2015

Hinteres Calfeisental - Ein letztes Stück unberührte Landschaft in der Schweiz

Die letzten drei Tage waren wir zu Fuss in der Region Sardona unterwegs. Das Postauto hat uns am Freitag Morgen von Bad Ragaz nach Vättis gebracht, wo unser Trek begann. Langsam ansteigend durch schönen Buchenwald erreichten wir bald unser ersten Zwischenziel, den Gigerwald-Stausee. Die Trockenperiode hat auch hier ihre Spuren hinterlassen. Der See ist zur Zeit fast leer.



Dem Stausee entlang ging es weiter zur ehemaligen Walsersiedlung St. Martin. Leider verbleiben nur noch ein paar wenige Häuser der ehemaligen Siedlung. Tagesausflügler aus dem Unterland fahren gerne mit dem Auto hoch um im Restaurant fangfrische Forellen zu essen. Einige bleiben auch über Nacht. Die Zimmer im Gasthaus sind jedoch modern und sehr komfortabel eingerichtet. Wer wie anno dazumal übernachten möchte, ist hier an der falschen Adresse.





Wir liessen den letztzen Zivilisationspunkt hinter uns um den langen Marsch zur Alp Sardona in Angriff zu nehmen. Immer dem Bach Tamina folgend, ging es langsam aufwärts. links und rechts von uns wechseln sich schroffe Felswände mit grünen Alpwirtschaften ab, dazwischen tosende Wildbäche, deren Wasser sich zum Teil viele Meter über die Felswände tief ins Tal hinunterstürzen. Es ist eine wilde, unberührte Natur, welche wir hier geniessen können. Durch die langen Distanzen der Wanderungen, trifft man hier auch nur wenige Wanderer und Berggänger, was den Reiz dieses Tales für uns noch grösser macht.






Auf der Alp Sardona haben wir uns mit Preisebeerkuchen, saurem Most und Holundersirup gestärkt. Bevor wir die letzten 400 Höhenmeter unter die Füsse genommen haben, um unser Tagesziel die Sardonahütte vom SAC zu erreichen. Die Hütte trohnt hoch oben auf einem Felsvorsprung umgeben vom Piz Sardona mit seinem Gletscher und dem Piz Dolf. Der Blick hinunter in Tal ist atemberaubend.











Nach einem stärkenden Znacht, einem gemütlichen Abend in Gesellschaft anderer Wanderer und einer ruhigen Nacht, trotz Gewitter, ging es am nächsten Morgen früh weiter. Auf den Felsen oberhalb der Hütte tummelten sich junge Steinböcke während wir uns Richtung Heidelpass aufmachten. Der Westflanke des Piz Sardona überquerten wir auf dem schmalen Pfad viele Bergbäche, Bergwiesen in voller Blüte und rutschige Geröllhalden und zwei schöne Bergseen. Bis zum Heidelpass konnten wir immer wieder den Blick über das ganze Tal schweifen lassen. Eindrucksvoll war dabei auch der Blick auf die gut sichtbare Grenze der verschiedenen Gesteinsschichten bei den umliegenden Gipfel, für welche die Sardona Tektonikarena zum Unesco Weltkulturerbe ernannt wurde.



Mit dem Übergang des Heidelpass war es dann vorbei mit dem schönen Wetter. Eine Nebelwand verschluckte uns. Wir stiegen steil durch felsdurchsetztes Gebiet hinunter ins Tal ohne grosse Sicht. Schade, den die Landschaft wäre auch hier wunderschön. Weiter unten kam dann doch noch die Regenkleidung zum Einsatz als leichter Regen einsetzte. Im Batöni hätten wir gerne das Schauspiel der fünf Bäche genossen, welche hier zusammenfliessen. Leider war die Sicht weiterhin ziemlich schlecht und uns den Blick auf die Wasserfälle nur teilweise gewährte. Wir nahmen bald die letzten 500 Höhenmeter hinunter ins Weisstannental in Angriff um nach fast 8 Stunden unser Tagesziel Weisstannen und das Hotel Gemse zu erreichen.

Am letzten Tag, stand eine leichte Schlussetappe das Tal hinunter auf dem Programm. Die Sonne zeigte sich bereits am frühen Morgen und wir konnten doch noch den Blick auf die Berge rund um das Dorf geniessen. Wir erreichten zur Mittagszeit auf der rechten Talseite das kleine Bergdorf Vermol. Danach ging es nur noch bergab Richtung Mels.




Nach total 45 km, 2400 m Aufstieg und 2800 m Abstieg erreichten wir Sargans im Rheintal und genossen kurz vor dem Bahnhof einen wohlverdienten Coupe. Zwar erschöpft und mit etwas Muskelkater ging es total erholt und vollgetankt mit unvergesslichen Eindrücken und Energie nach Hause.